Diese Seite drucken
Das hier ist ein Programmtext. Und der muss so verfasst sein, dass Sie, verehrte Damen und Herren, ihn gerne lesen. Er soll das Thema kurz umreißen, die Bühnengäste ankünden, und er soll die Vorfreude auf einen spannenden Literaturabend wecken. Der Verfasser würde hier vielleicht gerne Schachtelsätze verwenden und komplizierte Wortkonstruktionen oder gar mit seltenen Begriffen um sich schmeißen. Aber das wäre deplatziert, denn je nachdem, für wen oder was man schreibt, sollte auf die passende Sprachkultur Rücksicht genommen werden. Geschäftsberichte sind überschaubar, Kolumnen unterhaltsam, Agenturmeldungen faktenorientiert, und die schöne Literatur muss bezirzen, bezaubern und die Leser bannen.
Die Gäste des Züri Littéraire haben sich entweder einer bestimmten Art der Sprachkultur verschrieben oder sie pendeln nach wie vor zwischen kühler Sachlichkeit und sinnlicher Kunst. Urs Allemann löste sich vom Kulturjournalismus bei der Basler Zeitung und gilt heute als Wort-Dompteur in jeder Hinsicht. Roger Monnerat arbeitete früher für die Zeitung WOZ und wechselte zur Gilde der Lyriker und Literaten. Simona Ryser schreibt nicht nur für Printmedien, sondern wirkt auch als freie Hörspielregisseurin für Radiostationen. Soeben ist ihr neuer Roman erschienen.

Mona Vetsch unterhält sich mit den drei Autoren über das Wechselspiel mit Texten und fragt nach ihren aktuellen Büchern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Freuen Sie sich auf den Abend rund um die Kunst am Text.


Zürcher Kantonalbank
 
 
 
Urs Allemann: im kinde schwirren die ahnen
Roger Monnerat: Konturen des Unglücks und eine schöne Geschichte
Simona Ryser: Helenenplatz