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Reiseführer erklären die Trinkgeldregeln, das Finden eines Taxis, Essgewohnheiten und welche Sehenswürdigkeiten man nicht verpassen darf. Bei der Befolgung der Tipps findet man sich in den Touristenströmen wieder, mitten im Lärm und direkt zusteuernd auf den nächsten Souvenirshop. Aber wenn Schriftsteller reisen, dann bestätigt sich das Sprichwort: Lesen ist Reisen im Kopf.
Reiseliteratur oder Literatur vom Reisen lässt den Lesenden an Ecken und Enden kommen, die er nicht für möglich gehalten hätte. Der Schriftsteller spürt so manchem Detail nach und verpackt persönliche Eindrücke in Worte, die, bewusst geschliffen und geformt, eine unbekannte Welt auftun und man trotzdem das Gefühl hat, dort gewesen zu sein.

Gute Bücher belassen es jedoch nicht dabei, dem Lesenden Ort und Mensch näherzubringen. Und Reisen hört nicht bei der Rückkehr auf. Literatur macht es möglich, Entdeckungen mit den eigenen Fragen ans Leben zu verknüpfen. Illusionen und Wahrheit, Staunen und Fragen, Deuten und Mutmassen: All das löst literarisches Reisen aus. Ein Reisen, das in der Sprache, im Text nie endet. Was allerdings enden wird, ist das letzte Kapitel eines Buches.

Roger Willemsen, der in der Schweiz durch die Moderation der Sendung Literaturclub des Schweizer Fernsehens (SF DRS) bekannt wurde, reiste an Orte, die man vielleicht als die Enden der Welt bezeichnen könnte. Manchmal waren es wohl auch Orte und Situationen, die eher an das Weltende gemahnen liessen. Seine Eindrücke und seine Reflexionen erscheinen nun in einem neuen Buch, das er im Züri Littéraire vorstellt.

Mona Vetsch freut sich als Vielgereiste auf das Gespräch mit Roger Willemsen über Ecken und Farben dieser Welt und das Schreiben danach.


Zürcher Kantonalbank
 
 
 
Roger Willemsen: Die Enden der Welt