Diese Seite drucken
Weiblich ist die Leserschaft! Ohne die bücherverschlingenden Frauen stünde es schlecht um Buchhandel und Bibliotheken. Und im Bezug auf das Schreiben? Spätestens seit Sophie von La Roche, für deren Werk selbst Goethe schwärmte, nehmen Frauen aktiv Einfluss auf die Literaturproduktion. Dass Autorinnen im 18. und 19. Jahrhundert anonym oder unter einem männlichen Pseudonym publizieren mussten, um ernst genommen zu werden, scheint heute jedoch unvorstellbar. Trotzdem haftet der Bezeichnung Frauenliteratur ein zweifelhaftes Image an. Sie steht für rührselige, sentimentale Texte oder für das Gegenteil – knallharte feministische Kost. Suggeriert wird, dass Frauen ausschliesslich für Frauen schreiben. «Die Frage nach der Weiblichkeit des Schreibens eröffnete neue stilistische und inhaltliche Möglichkeiten», schreibt Beatrice von Matt im Buch Schweizer Literaturgeschichte als Einleitung zum Kapitel «Der Aufbruch der Frauen». Die weibliche Sicht auf das Weltgeschehen kann für die Literatur nur als fruchtbar und bereichernd angesehen werden.
Doch wie zeigt sich eine solch weibliche Weltsicht? Ist es überhaupt möglich, vom Text auf das Geschlecht des Schreibenden zu schliessen? Manch schriftstellerische Persönlichkeit schlüpfte bereits in die Rolle des anderen Geschlechts, um eine Geschichte zu erzählen. Kann dieses Spiel mit den Geschlechtern auf literarischer Ebene wirklich glaubhaft umgesetzt werden? Oder spielt es vielleicht gar keine Rolle, welches Geschlecht hinter einem Text steht?


Am 1. März unterhält sich Mona Vetsch dazu mit der Literaturwissenschaftlerin Gunhild Kübler, der Schriftstellerin Erica Pedretti und dem Literaturredaktor des Tages-Anzeigers Martin Ebel.


Zürcher Kantonalbank
 
 
 
Gunhild Kübler: Leidenschaften
Erica Pedretti: Szenenwechsel
Martin Ebel: Nackt gebadet, gejauchzt bis zwölf